Institut für Kategoriale Analyse

INKATAN

»Die Produktion von (Un-)Sicherheit« – Zur Funktion von Sicherheit in der kapitalistischen Vergesellschaftung

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Mit Anna Kern, Institut für kategoriale Analyse

Der Begriff der Sicherheit prägt aktuell eine große Anzahl sowohl der gesellschaftlichen, wie auch der gesellschaftstheoretischen Debatten. Dabei ist besonders auffällig, dass die Bedeutung, die dem Begriff dort zugeschrieben wird, je nach gesellschaftstheoretischem Hintergrund und normativer Perspektive der Sprecher_innen, in einem Maße variiert, das die Verständigung darüber fast verunmöglicht. Auch und gerade in der Linken ist dieses Thema virulent. Hier spielen aktuell Sicherheitsdiskurse eine große Rolle, in denen die Ausweitung staatlicher Kontrolle und Überwachung  kritisiert und sich dieser entgegengestellt werden soll. Auch hier fehlen jedoch oftmals Argumente gegen „Sicherheit“ und die Debatten verlaufen sich in Deutungskämpfen darüber, wessen Sicherheit eigentlich gerade verhandelt wird.

Die materialistische Analyse von „Sicherheit“ zeigt, mit Hilfe der Explikation der gesellschaftstheoretischen Hintergründe, auf welchen gesellschaftlichen Ebenen dem Begriff jeweils eine konkrete Funktion für die kapitalistische Vergesellschaftung zugesprochen werden kann. Es wird eine Argumentation entwickelt, die das als natürlich geltende Bedürfnis nach Sicherheit zwar in seiner Materialität ernstnimmt, es darüber hinaus aber ebenso als gesellschaftlich verallgemeinertes Bedürfnis kritisieren und somit, analog zur Marxschen Kategorie des Warenfetisch, einen Begriff des Sicherheitsfetisch ausmachen kann. Auf dieser Grundlage können dann Argumente für einen kritischen Sicherheitsdiskurs entwickelt werden, die bis zur gesellschaftlichen Ursache des Problems vordringen können.

Written by INKATAN

März 4th, 2010 at 10:58 pm

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