Institut für Kategoriale Analyse

INKATAN

Archive for the ‘Publikationen’ Category

Warum so staatstragend?

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Jan Schlemermeyer hat in der neuen PROKLA zusammen mit Nikolai Huke einen Artikel über den den Stand der aktuellen Debatte  linker Alternativen zur EU-Austeritätspolitik  veröffentlich. Hier gibt es den Artikel zu nachlesen.

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November 11th, 2012 at 3:12 pm

Rezension von Anna Kern : Werttheorie des Postoperaismus

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Rezension: Metzger, Philipp (2011) Werttheorie des Postoperaismus. Darstellung, Kritik und Annäherung. Marburg: Tectum Verlag. 185 Seiten. ISBN: 978-3-8288-2573-4. 24,90€.

Philipp Metzger leistet in seinem 2011 im Marburger Tectum Verlag erschienen Buch „Werttheorie des Postoperaismus. Darstellung, Kritik und Annäherung“ eine Analyse der Theorieentwicklung des Postoperaismus. Das Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, zentrale Kategorien des (Post-)Operaismus auf ihre Prämissen zu prüfen, um die Plausibilität der getroffenen Schlussfolgerungen im theoriegeschichtlichen Kontext nachvollziehen zu können. Eine Darstellung unterschiedlicher Marxologischer Auseinandersetzungen mit dem Theorem des Wertgesetzes liefert dabei die Kritikfolie, vor deren Hintergrund die wohl umstrittenste Conclusio der Trilogie von Michael Hardt und Antonio Negri – die Verabschiedung vom Marxschen Wertgesetzt – diskutiert wird. Philipp Metzger fundiert diese Diskussion, in dem er sich mit (post-)operatistischen Interpretationen Marxscher Kategorien, wie der formellen und reelen Subsumtion, des gesellschaftlichen Arbeiters und des General Intellect, auseinandersetzt, deren Ursprünge bei Marx aufzeigt und weitere theoretische Einflüsse, wie z.B. den des Poststrukturalismus expliziert. Abschließend konfrontiert er den (Post-)Operaismus mit Kritiken aus den Reihen seiner wohl ärgsten Gegenspieler/innen – den Wertkritiker/innen – und fragt in diesem Zusammenhang auch nach der Reichweite der Kritik des (Post-)Opeaismus in der Analyse anderer gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnissen. Die Ausgangsfrage nach der Qualität der (post-)operaistischen Theorie versucht der Autor zudem damit zu beantworten, dass er sie auf deren Berücksichtigung weiterer Marxscher Kategorien wie der des Fetischs oder des Mehrwerts überprüft. Er stellt fest, dass Hardt/ Negri einer „ultra-substanzialistischen“ Marx-Interpretation folgen, deren Interpretation der Kategorie der abstrakten Arbeit erst die Aufgabe des Wertgesetztes ermöglicht: Hardt/ Negri haben sich selbst die Aufgabe einer Aktualisierung der Marxschen Theorie gestellt. Die Veränderungen in der Art und Weise der Produktion und Reproduktion der Gesellschaft analysierten sie auf der Grundlage einer historisierenden Lesart der Marxschen Werke als qualitative Veränderung der kapitalistischen Produktionsweise. Der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit sei heute durch die hegemoniale Stellung der immateriellen Arbeit aufgelöst, wodurch sich auch die Form der Ausbeutung verändere. Nicht mehr die Herrschaft der abstrakten Wertform, sondern eine parasitäre Aneignung des gemeinschaftlich Produzierten spiegele die gegenwärtige Form gesellschaftlicher Herrschaft, da die Produktivkräfte – das Wissen und die Kooperation in der Produktion – bereits kommunistisch seien. Insofern entstehe ein neuer Widerspruch im Doppelcharakter der Armut mit dem die Armen als neues revolutionäres Subjekt entdeckt werden könnten. Der Begriff der Multitude soll den Marxschen Begriff der Klasse erweitern. Motor der geschichtlichen Dynamik des Kapitalismus stellen in dieser Lesart immer verschiedene Formen der Kämpfe dar – das Kapital gilt als „Pingpongwand“ die keinen eigenen Bewegungsgesetzen mehr folgt, sondern zur ewigen Reaktion verdammt bleibt.

Philipp Metzger lehnt diese Stoßrichtung und Interpretation des (Post-)Operaismus als handlungstheoretische Vereinfachung auf der Grundlage einer verkürzten Technikkritik entschieden ab und insistiert demgegenüber auf der analytischen Leistung des Marxschen Wertgesetztes. Sein Hauptargument besteht darin, dass mit der postoperaistischen Lesart die Spezifik von Kämpfen und Herrschaftsverhältnissen im Kapitalismus nicht mehr hinreichend analysiert werden könnten. Neben seiner Kritik an der analytischen Unschärfe des (Post-)Operaismus verweist Philipp Metzger dennoch auch auf die Stärken der so entstehenden Theorie. Diese würde ebenso versuchen Veränderungen der kapitalistischen Produktionsweise am Ende des Fordismus zu reflektieren, wie sie die Produktion von Subjektivität und eine Analyse der heutigen Vielzahl sozialer Kämpfe auf die Tagesordnung setze. Dabei zeigt er, dass der (Post-)Operaismus für die Diskussion um die Veränderungen in der Arbeitswelt ebenso wie um die Warenförmigkeit des Wissens zwar keine abschließenden Erklärungen liefert, aber durch seine spezifische Perspektive Phänomene in den Blick bekommt, die Marxsche Theorien auf einem höheren Abstraktionsniveau nicht wahrnehmen können. Zudem betont der Autor, dass das Potenzial der Arbeit von Hardt/ Negri, als „politische Intervention“ gelesen, darin läge, dass diese gegenüber anderen Gesellschaftstheorien versucht wichtige strategische Ansatzpunkte zu benennen und ein Jenseits des Kapitalismus denkbar zu machen. Insofern wird das rein wissenschaftliche Interesse von Philipp Metzger permanent von einer emanzipativen Fragestellung flankiert, die den Möglichkeiten einer Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise (wenngleich etwas unsystematisch) nachspürt. Dem (Post-)Operaismus wird dadurch eine ernst zu nehmende Stellung in einer wichtigen Diskussion eingeräumt, ohne ihn analytisch zu überhöhen: „Vielleicht stellt der adäquateste Zugang zur operaistischen Theorie derjenige dar, der diese als eine Theorie begreift, die notwendige Fragen aufgeworfen hat, deren Beantwortung jedoch nur mit einer Erweiterung der jeweiligen Theorien zu verwirklichen ist“ (Metzger 2011: 173).

Durch seine kenntnisreiche und unvoreingenommene Darstellung der Theoriegeschichte des (Post-)Operaismus nimmt Philipp Metzger eine Zwischenposition zwischen handlungs- und strukturvereinheitlichenden Interpretationen der Marxschen Kritik ein und kann für diese somit eine gemeinsame Gesprächsgrundlage schaffen. In seiner eigenen Sprache und in Teilen etwas eigensinniger Darstellungsweise liefert er auch für Nicht-Marxolog/innen einen Einstieg in eine wichtige Diskussion deren Gegenstand kein Geringerer als die Identifikation der Widersprüche und somit der Ansatzpunkte zur Abschaffung des Kapitalismus ist.

 

 

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Juli 6th, 2012 at 9:46 am

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Veranstaltung Euro-Krise – Eine systemkritische Betrachtung der Troika-Politik

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Euro-Krise – Eine systemkritische Betrachtung der Troika-Politik

Phillip Metzger, Institut für kategoriale Analysen

9.7.   |   20 Uhr
Hannover, Schneiderberg 50

Die Troika versucht durch ihre rigide durchgesetzte Krisenpolitik, die zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebensumstände weiter Teile der Bevölkerung in der EU-Peripherie führt, die Eurokrise in ihrem Verlauf zu schwächen, bzw. abzuwenden. Aber kann innerhalb des kapitalistischen Systems überhaupt eine Lösung für Krisen gefunden werden? Diese und ähnliche Fragen möchten wir versuchen mit euch zu klären.

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Juli 6th, 2012 at 12:41 am

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Antifa! Neues Buch! Auch von unserem Kollegen Jan Schlemermeyer.

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Neues Buch! Auch von unserem Kollegen Jan Schlemermeyer.

 

Antifaschismus ist eines der zentralen Aktionsfelder der radikalen Linken in Deutschland: In fast jeder Klein- und Großstadt existierten Antifa-Gruppen, viele Jugendliche finden über die Jugendantifa zu linksradikaler Politik und immer wieder machen militante Aktionen gegen Nazis und ihre Aufmärsche von sich reden. 
Doch was zeichnet diesen autonomen Antifaschismus aus? Wo liegen seine historischen Wurzeln und theoretischen Bezugspunkte? Die Endphase der Weimarer Republik, in der die historische Antifaschistische Aktion entstand, ist kaum mit den heutigen Bedingungen der autonomen Antifa zu vergleichen. Dazwischen lag nicht nur der Bruch, den Nationalsozialismus und Shoah für jedes linksradikale Engagement in Deutschland bedeuteten; auch die Entwicklungen in der BRD und dem wiedervereinigten Deutschland schufen jeweils neue historische Bedingungen, denen sich revolutionäre AntifaschistInnen stellen mussten. Ihnen allen gemeinsam ist jedoch die, in Max Horkheimers Diktum «Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen» formulierte Position gegen die kapitalistische Gesellschaft und eine Perspektive auf Überwindung aller Herrschaftsverhältnisse. 
Gegenstand dieses Buches sind also die Entwicklungen und Brüche in Theorie, Organisierung und Praxis jenes Verständnisses von Antifaschismus, das Ende der 1980er Jahre in der Formel des «revolutionären Antifaschismus» auf den Punkt gebracht wurde und bis heute in zahlreichen Antifa-Gruppen bundesweit in weiterentwickelter Form Ausdruck findet.

 

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November 1st, 2011 at 7:46 pm

Ist der Neoliberalismus ein politisches Projekt?

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Neues Buch der Uni Linz mit einem Beitrag von Jan Schlemermeyer

Hier der Link:

Gesellschaft! Welche Gesellschaft?

Artikel in der neuen PROKLA

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In der PROKLA 162 findet sich unter dem Titel „Die historische Dynamik des Kapitalismus und linke Strategien“
eine Antwort von Jan Schlemermeyer auf Alex Demirovićs Replik.

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April 5th, 2011 at 11:44 am

Die Werttheorie des Postoperaismus: Darstellung, Kritik und Annäherung

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Das Buch von unserem Mitarbeiter Philipp Metzger ist ab sofort erhältlich.

Philipp Metzger rekonstruiert in seiner Monographie Marx’ Werttheorie im Kontext der Wissensgesellschaft. Auf dieser Grundlage fragt er nach dem theoretischen Gehalt der Analyse von Hardt und Negri. Dabei leistet der Autor weit mehr als Annäherung und Kritik der postoperaistischen Theorie. „Metzger unternimmt eine detektivische Arbeit, die der geheimnisvollen These vom Ende des Wertgesetzes auf die Spur kommen will. Das Ergebnis liest sich wie ein fesselnder Kriminalroman. Sein Resümee überzeugt und wird der schwierigen Aufgabe gerecht, die postoperaistische Theorie, die von vielen Autoren reflexartig abgefertigt wird, Ernst zu nehmen und zugleich kritisch zu durchleuchten.“ Sonja Buckel

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Januar 31st, 2011 at 4:15 pm

Blackbox Islamismus?

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Unter dem Titel „Blackbox Islamismus? – Frauen als politische Subjekte innerhalb islamistischer Bewegungen“ ist in der aktuellen Ausgabe der Phase2 (No. 38) ein Artikel von Anna Kern erschienen. Sie setzt sich dort mit der Funktion von Frauen als Teil islamistischer Bewegungen auseinander und fragt auch nach der ideologischen Überformung westlicher und feministischer Perspektiven auf diese.

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Januar 19th, 2011 at 3:45 pm

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Inkatan – Englisch Version

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Nowadays society is often described as a „security society“, or a „trans-nationalisation of statehood“ but also as a „knowledge society“ – during the last years, a huge number of time diagnoses have been developed which should meet the rapid social changes. These changes are summarized generally under the concept of globalization. Indeed, it seems that the historical transformation of capitalism is obvious since the breakdown of the so-called „Real-existing socialism“ concerning all social levels. The institutional forms of politics, work relationships, knowledge relations and also the way of the subject constitutions are drawn by determining changes. Read the rest of this entry »

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Dezember 11th, 2010 at 1:48 am

»Kritik der Politik als Politikwissenschaft?« Artikel in PROKLA 160

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In der neuen PROKLA (Nr. 160) findet sich unter dem Titel
„Kritik der Politik als Politikwissenschaft?“ auch ein Artikel
von Institutsmitarbeiter Jan Schlemermeyer:

www.prokla.de/2010/10/12/editorial-prokla-160

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Oktober 12th, 2010 at 2:26 pm