Institut für Kategoriale Analyse

INKATAN

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Norddeutschlandtour: DIE WERTTHEORIE DES POSTOPERAISMUS

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Update: Audiodatei der Veranstaltung in Hamburg

Göttingen: 13 November, 12:00

Hannover: 14. November, 20:00

Kiel: 15. November, 18:00

Hamburg : 16. November, 20:00

Philipp Metzger, Institut für kategoriale Analyse

Vorgestellt wird die Arbeit von Philipp Metzger, in welcher er die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrundeliegenden geschichtsphilosophischen Prämissen analysiert. Angesichts der zunehmenden Bedeutung ›immaterieller Arbeit‹ im postfordistischen Kapitalismus, so die These der Autoren, scheint sich die Frage nach der Gültigkeit des Marxschen Wertgesetzes zu stellen. Die Marxsche Werttheorie analysiert die Kategorie des Wertes als soziales Verhältnis und damit kapitalistische Vergesellschaftung als strukturell antagonistische. Die Frage nach dem Wert und die Debatte über die Werttheorie bewegen sich daher im Spannungsfeld von Struktur und Handlung. Michael Hardt und Antonio Negri kommen zu dem Fazit, dass das Wertgesetz, wonach Arbeitszeit Wert bildet, angesichts der neuen Produktivkräfte revidiert werden müsse. Dabei folgt aus ihrer Analyse einer neuen fragmentarischen Werttheorie, dass die immaterielle Arbeit das Potenzial für eine Art »spontanen Kommunismus« bereithalte. Diese Analysen werden darstellt und mit einer kritischen Darstellung konfrontiert. Der Referent stellt in diesem Kontext seine These vor, wonach die Autoren zu ihrer Analyse nur aufgrund ihrer ultra-substanzialistischen Interpretation des Marxschen Wertgesetzes und einer verkürzten Technikkritik kommen konnten.

 

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November 6th, 2011 at 5:15 pm

Kritik des Postoperaismus

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Kritik des Postoperaismus

Ort: Raum B305, Hauptgebäude, Welfengarten 1, 30167 Hannover

Zeit: Montag, 14. November, 20:00 Uhr

Mit Philipp Metzger (Inkatan, Frankfurt am Main)

Wenn man den beiden Shootingstars des Neo­marxismus – Michael Hardt und Antonio Negri – glauben darf, ist es um radikale Gesellschaftskritik doch gar nicht so schlecht bestellt, wie oft an­genommen: Schon in der Tatsache, dass Wissen und Bildung im Zuge der Globalisierung besser verfügbar werden, läge die Möglichkeit gesell­schaftlicher Emanzipation. Die Autoren zweifeln die marxsche Werttheorie an und verklären immaterielle Arbeit zur Möglichkeit „für eine Art des spontanen und elementaren Kommunis­mus“. Philipp Metzger vom Institut für kategoriale Analyse (Inkatan) aus FF/M wird die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrunde liegenden geschichtsphilosophischen Prämissen vorstellen und kritisieren.

Organisiert von: Fast Forward Hannover

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September 27th, 2011 at 4:45 pm

Seminar in Köln

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Der kommende Aufstand? Krisen und soziale Kämpfe im globalen Kapitalismus

13.-15. Mai 2011 Uni Köln

Uni Köln

– Seminar mit dem Institut für kategoriale Analyse –

Die ideologische Zuversicht der Fans des Bestehenden nach 1989, dass der Kapitalismus nun aber wirklich „das Ende der Geschichte“ sei, hat nicht lange angehalten. Spätestens mit der sogenannten Finanzkrise ist wieder offensichtlich geworden, dass die kapitalistische Gesellschaft stets neue Widersprüche hervorbringt. Schon die Globalisierungsbewegung von… Genua 2001 ff. und dann die zunehmenden Auseinandersetzungen in französischen Vorstädten, deutschen Universitäten und griechischen Quartieren haben auch in Europa gezeigt, dass die Zukunft nicht festgeschrieben ist, sondern wesentlich von sozialen Kämpfen und Kräfteverhältnissen beeinflusst wird. Entscheidend war hier nicht nur der Aufstand gegen die herrschende Doktrin des Neoliberalismus, sondern auch die Überwindung der traditionsmarxistischen Revolutionsvorstellung, nach der es ein eindeutiges revolutionäres Subjekt und eine ebenso klarere Methode zur gesellschaftlichen Veränderung (i. d. R. die kommunistische Partei) gebe. Gleichzeitig erwies sich mit einer erweiterten Perspektive auf Kämpfe in der Migration und im Bereich der Geschlechterverhältnisse das vormals dominante Haupt- und Nebenwiderspruchsdenken als überholt – neue Konzepte wie das der Intersektionalität gewinnen zunehmend an Einfluss, nicht nur in den wissenschaftlichen Debatten.
Gleichwohl sind in den neueren radikalen Ansätzen zur gesellschaftlichen Emanzipation entscheidende Fragen noch vollkommen offen. Wenngleich sich – von Antonio Negri, über John Holloway bis zum Committee Invisible – bereits unterschiedliche linke Ansätze an einer Theorie für die neuen sozialen Auseinandersetzungen versucht haben, bleiben sie doch in Bezug auf zentrale, gesellschaftstheoretische Kategorien, wie z.B. Staat, Klasse und Ideologie, meist nebulös.
Wir wollen uns daher in dem Seminar Zeit für eine Analyse der heutigen gesellschaftlichen Verfasstheit nehmen und uns systematisch mit den aktuellen Versuchen einer gegen eben diese gerichteten, radikalen Opposition beschäftigen. Insbesondere wollen wir diskutieren inwiefern diese Ansätze eine adäquate Analyse des globalen Kapitalismus sowie eventuell sogar eine plausible Strategie gesellschaftliche Veränderung anbieten können.
Programm

Freitag

Block I: Traditionelle Revolutionstheorien des Fordismus und historische Bewegungen:

1. RätekommunistInnen, Stalinismus, Maoismus und Anarchismus
2. Sozialebewegungen: Frauenbewegung, Antikolonialismus, Studentenbewegung, Ökobewegung und autonome Bewegung

Samstag

Block I: Revolutionstheorien im Neoliberalismus

1. Die Welt verändern ohne die Macht zu übernehmen – Open Marxism/
(Neo-)Operaismus
2. Der kommende Aufstand – (Neo-)Anarchismus

Block II: Revolutionstheorien im Neoliberalismus

1. Das Konzept der „Multitude“ (Postoperaismus)
2. Wertkritik und Revolution
3. Radikaler Reformismus und Hegemonie

Sonntag

Block I: Intersektionalität als neues Paradigma? – Zur Verschränkung von Diskriminierung und Kämpfen

Block II: Abschlussdiskussion

Literatur

Baumeister, Biene; Negator, Zwi (2005): Situationistische Revolutionstheorie. Stuttgart: Schmetterling Verlag
Birkner, Martin; Foltin, Robert (2010): (Post-)Operaismus. Von der Arbeiterautonomie zur Multitude. Stuttgart: Schmetterling Verlag
Böke, Henning (2007): Maoismus. China und die Linke – Bilanz und Perspektiven. Stuttgart: Schmetterling Verlag
Commite Invisible (2010): Der kommende Aufstand, Hamburg: Nautilus
Ellmers, Sven (2009): Die fromanalytische Klassentheorie von Kral Marx. Ein Beitrag zur ,neuen Marx-Lektüre’. 2. Aufl. Duisburg
Freunde und Freundinnen der klassenlosen Gesellschaft (2007): Kosmoprolet Heft I, Berlin
Hardt, Michael; Negri, Antonio (2004): Multitude: Krieg und Demokratie im Empire, Frankfurt: Campus Verlag
Hardt, Michael; Negri, Antonio (2004): Multitude. Krieg und Demokratie im Empire. Frankfurt a. Main, New York.
Hardt, Michael; Negri, Antonio (2010): Common Wealth. Das Ende des Eigentums. Frankfurt a. Main, New York.
Hirsch, Joachim (2005): Materialistische Staatstheorie, Hamburg: VSA-Verlag
Holloway, John (2010): Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen. 4. Auflage. Münster: Westfälisches Dampfboot
Kellner, Manuel (2004): Trotzkismus. Einführung in seine Grundlagen – Fragen nach seiner Zukunft. Stuttgart: Schmetterling Verlag
Klinger, Cornelia; Knapp, Gudrun-Axeli; Sauer, Birgit (Hg.): Achsen der Ungleichheit: Zum Verhältnis von Klasse, Geschlecht und Ethnizität. Frankfurt: Campus Verlag
Postone, Moishe (2003): Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft: Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx. Freiburg: Ca-Ira Verlag
Silver, Beverly (2005): Forces of Labor. Arbeiterbewegungen und Globalisierung seit 1870. Berlin/Hamburg
Trumann, Andrea (2002): Feministische Theorie. Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus. Stuttgart: Schmetterling Verlag

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Mai 3rd, 2011 at 6:37 pm

Inkatan auf der Jahrestagung „Neuere Theorien der IPÖ“

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Jan Schlemermeyer nimmt am 4. Podium der Jahrestagung des Arbeitskreises Internationale
Politische Ökonomie am 1.4. an der Universität in Wuppertal teil.

Hier das Programm:

http://www.ipo.uni-wuppertal.de/programm_tagungen.pdf

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März 23rd, 2011 at 2:29 am

Diskussion in Ffm: Is Liberalism the Cause of the Financial Crisis?

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An einem der Podien der Liberalism-Konferenz auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt nimmt auch Jan Schlemermeyer von Inkatan teil.

Friday, February 4th, 2011

11:15 am Panel: Is Liberalism the Cause of the Financial Crisis?

* Jan Schlemermeyer, University of Marburg and Inkatan (Institut für kategoriale Analyse), Offenbach: “History and Helplessness” – the historical dynamic of capitalism and liberal democracy
* Ann-Kathrin Neureuther, Nürtingen-Geislingen University: Baking smaller cakes. Contestations of the liberal growth model in North and South of a globalized World

Discussant: Jan Fichtner, Universität Frankfurt
Chair: Hanne Weismann, Technical University of Darmstadt

http://www.gesellschaftswissenschaften.uni-frankfurt.de/index.pl/conference-global-governance_programm

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Februar 1st, 2011 at 1:48 am

Wien: Podiumsdiskussion: Autoritäre Antworten auf die Krise

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Das Podium:

>> Perspektiven – Magazin für linke Theorie und Praxis
>> Streifzüge – Magazinierte Transformationslust
>> Philipp Metzger – Inkatan / Institut für Kategoriale Analyse Frankfurt

>> Samstag 22.01.2011 // 17:30 Uhr // Hörsaal 34 // Hauptuni Wien

Nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus und dem Beginn des 21. Jahrhunderts schien der Siegeszug des Kapitalismus gewiss, das Ende der Geschichte wurde einmal mehr apologiert. Doch die schwerste Wirtschfatskrise seit den 30er Jahren machte dem ganzen einen Strich durch die Rechnung. Read the rest of this entry »

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Januar 18th, 2011 at 4:21 pm

Zur Kritik von Antisemitismus und Rassismus – Veranstaltung in Offenbach

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»If worst comes to worst« – Antisemitismus, Rassismus und die Möglichkeiten der Kritik

14.01.2011 | Vortrag und Infoveranstaltung

VHS Offenbach, 19:30 Uhr

Mit Jan Schlemermeyer (Inkatan, Frankfurt am Main)

Dass Antisemitismus und Rassismus als Herrschafts- und Diskriminierungsformen abzulehnen sind, ist in der politischen Linken weithin Konsens. Doch damit fangen die Probleme in der Regel erst an. Schließlich stellt sich die Frage, was Rassismus und Antisemitismus eigentlich genau sind und wie sie als Ideologien funktionieren. Zudem sind in den letzten Jahren – von kulturellem bis zu völkischem Rassismus oder auch von religiös-fundamentalistischem bis hin zu nationalsozialistischem Antisemitismus etwa – durchaus verschiedene ideologische Formen aufgetreten. Darüber hinaus wird immer wieder gefragt, was die Besonderheit des Antisemitismus ist und diesen vom klassischen Rassismus unterscheidet.

Da all diese Fragen nicht nur theoretisch interessant sind, sonder ihre Beantwortung auch eine Voraussetzung dafür ist, rassistische und antisemitische Ideologien „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ (wie es im soziologendeutsch heißt) nachhaltig bekämpfen zu können, soll in der Veranstaltung eine Einführung in verschiedene kritische Theorien gegeben werden. Dabei wird über die klassische Kritische Theorie bis zu aktuellen Ansätzen, wie z.B. von Moishe Postone, eine Reihe von Konzepten vor- und zur Diskussion gestellt. Ein besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, in wie fern es den jeweiligen Überlegungen gelingt, Antisemitismus und Rassismus als widersprüchliche Produkte der kapitalistischen Gesellschaft zu fassen und auch deren historischen Konjunkturen (mit)denken und erklären zu können.

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Januar 15th, 2011 at 2:42 am

„Was meint eigentlich Kapitalismus?“ Wochenendseminar

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Mit Jan Schlemermeyer und Philipp Metzger (Inkatan, Frankfurt am Main)

Einführung in die kategoriale Kapitalismuskritik
19.-21. November Universität Köln

Entgegen der Eindeutigkeit, die der Begriff „Kapitalismus“ in politischen Debatten zunächst suggeriert, ist er in der kritischen Theorie seit Jahren Gegenstand unterschiedlich und mitunter sogar gegensätzlicher Interpretationen. Denn zentrale materialistische Kategorien wie z.B. Klasse und Geschichte, Ökonomie und Politik, Subjekt und Struktur sind auch in der Marxschen Tradition keineswegs eindeutig geklärt.

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Oktober 28th, 2010 at 9:31 pm

Bochum: »Kritik der Politik als Politikwissenschaft? Zur materialistischen Staatstheorie von Johannes Agnoli«

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8. Juli 2010: 20:00 Uhr, voraussichtlich im SZ Bochum

Mit Jan Schlemermeyer (Inkatan Frankfurt/Main)

In den aktuellen Debatten der materialistischen Staatstheorie sind die Überlegungen von Johannes Agnoli kaum noch Thema. Wenn überhaupt, wird auf seine Zeitdiagnose „Die Transformation der Demokratie“ verwiesen, eine Auseinandersetzung mit seinem weitergehenden staatstheoretischen
Konzept bleibt jedoch aus. Im Gegensatz zu den breit rezipierten, hegemonietheoretischen Überlegungen von beispielsweise Nicos Poulantzas scheint Agnolis Ansatz einer „Kritik der Politik“ (Agnoli) ungeeignet für eine Analyse der aktuellen Transformationsprozesse (demokratischer) Staatlichkeit zu sein. Ein Grund dafür dürfte sein, dass er im Verdacht steht, ein – wenngleich bemerkenswert wortgewaltiges – Anhängsel der Staatsableitungsdebatte der 1970er Jahre zu sein und deren Funktionalismus zu teilen. Darüber hinaus hat Agnoli sich aber auch selbst nie besonders darum bemüht, seine Arbeiten für wissenschaftliche Debatten aufzubereiten.
Gleichwohl lassen sich seine Überlegungen für die aktuellen Herausforderungen nutzbar machen. Eine Systematisierung von Agnolis Überlegungen verweist dabei nicht nur auf Widersprüche und blinde Flecken bei Agnoli selbst, sondern vielmehr auch auf die ungeklärten Fragen einer materialistischen Gesellschaftstheorie als Ganzer. Denn sie erfordert, insofern sie die bekannte Gegenüberstellung von Funktionalismus und Handlungstheorie nicht einfach wiederholen will,eine Reformulierung wesenlicher Kategorien der Kapitalismuskritik. Im Vortrag soll in diesem Sinne auf der Grundlage wertkritischer Überlegungen (u.a. von Moishe Postone) ein mögliches Konzept der Transformation demokratischer Staatlichkeit skizziert werden. Die kapitalistische Gesellschaft ist demnach entlang des immer zugleich politischen und ökonomischen Prozess ihrer Reproduktion, dem Veränderung nicht entgegengesetzt, sondern vielmehr immanent ist, zu analysieren.
Diskutiert werden soll, inwiefern sich mit diesem Ansatz die älteren und neueren Veränderungen demokratischer Staatlichkeit begreifen lassen und was das für die Praxis heissen könnte.

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Juni 16th, 2010 at 10:30 am

Frankfurt: »Kritik der Politik als Politikwissenschaft? Zur materialistischen Staatstheorie von Johannes Agnoli«

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Donnerstag, 15. April 2010, 18.00 Uhr (c.t.)

Im IfS „im Exil“, im alten Hauptgebäude der Universität (Hörsaalgebäude), Mertonstr., Bauteil B, 2.Stock, Raum B-212

Jan Schlemermeyer (Institut für kategoriale Analyse )

In den aktuellen Debatten der materialistischen Staatstheorie sind die Überlegungen von Johannes Agnoli kaum noch Thema. Wenn überhaupt, wird auf seine Zeitdiagnose „Die Transformation der Demokratie“ verwiesen, eine Auseinandersetzung mit seinem weitergehenden staatstheoretischen Konzept bleibt jedoch aus. Im Gegensatz zu den breit rezipierten, hegemonietheoretischen Überlegungen von beispielsweise Nicos Poulantzas scheint Agnolis Ansatz einer „Kritik der Politik“ (Agnoli) ungeeignet für eine Analyse der aktuellen Transformationsprozesse (demokratischer) Staatlichkeit zu sein. Ein Grund dafür dürfte sein, dass er im Verdacht steht, ein – wenngleich bemerkenswert wortgewaltiges – Anhängsel der Staatsableitungsdebatte der 1970er Jahre zu sein und deren Funktionalismus zu teilen. Darüber hinaus hat Agnoli sich aber auch selbst nie besonders darum bemüht, seine Arbeiten für wissenschaftliche Debatten aufzubereiten.
Gleichwohl lassen sich seine Überlegungen für die aktuellen Herausforderungen der materialistischen Staatstheorie nutzbar machen. Eine Systematisierung von Agnolis Überlegungen verweist dabei nicht nur auf Widersprüche und blinde Flecken bei Agnoli selbst, sondern vielmehr auch auf die ungeklärten Fragen einer materialistischen Gesellschaftstheorie als Ganzer. Denn sie erfordert, insofern sie die bekannte Gegenüberstellung von Funktionalismus und Handlungstheorie nicht einfach wiederholen will, eine Reformulierung  grundlegender materialistischer Analysen der kapitalistischen Gesellschaft. Im Vortrag soll in diesem Sinne auf der Grundlage wertkritischer Überlegungen (u.a. von Moishe Postone) ein mögliches Konzept der Transformation demokratischer Staatlichkeit skizziert werden. Die kapitalistische Gesellschaft ist demnach entlang des immer zugleich politischen und ökonomischen Gesamtprozesses ihrer Reproduktion, dem Veränderung und – relative – Kontingenz nicht entgegengesetzt, sondern vielmehr immanent ist, zu analysieren. Diskutiert werden soll, inwiefern sich mit diesem Ansatz die älteren und neueren Veränderungen demokratischer Staatlichkeit adäquat begreifen lassen.

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März 31st, 2010 at 12:25 pm