Institut für Kategoriale Analyse

INKATAN

»Die Produktion von (Un-)Sicherheit« – Zur Funktion von Sicherheit in der kapitalistischen Vergesellschaftung

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Mit Anna Kern, Institut für kategoriale Analyse

Der Begriff der Sicherheit prägt aktuell eine große Anzahl sowohl der gesellschaftlichen, wie auch der gesellschaftstheoretischen Debatten. Dabei ist besonders auffällig, dass die Bedeutung, die dem Begriff dort zugeschrieben wird, je nach gesellschaftstheoretischem Hintergrund und normativer Perspektive der Sprecher_innen, in einem Maße variiert, das die Verständigung darüber fast verunmöglicht. Auch und gerade in der Linken ist dieses Thema virulent. Hier spielen aktuell Sicherheitsdiskurse eine große Rolle, in denen die Ausweitung staatlicher Kontrolle und Überwachung  kritisiert und sich dieser entgegengestellt werden soll. Auch hier fehlen jedoch oftmals Argumente gegen „Sicherheit“ und die Debatten verlaufen sich in Deutungskämpfen darüber, wessen Sicherheit eigentlich gerade verhandelt wird.

Die materialistische Analyse von „Sicherheit“ zeigt, mit Hilfe der Explikation der gesellschaftstheoretischen Hintergründe, auf welchen gesellschaftlichen Ebenen dem Begriff jeweils eine konkrete Funktion für die kapitalistische Vergesellschaftung zugesprochen werden kann. Es wird eine Argumentation entwickelt, die das als natürlich geltende Bedürfnis nach Sicherheit zwar in seiner Materialität ernstnimmt, es darüber hinaus aber ebenso als gesellschaftlich verallgemeinertes Bedürfnis kritisieren und somit, analog zur Marxschen Kategorie des Warenfetisch, einen Begriff des Sicherheitsfetisch ausmachen kann. Auf dieser Grundlage können dann Argumente für einen kritischen Sicherheitsdiskurs entwickelt werden, die bis zur gesellschaftlichen Ursache des Problems vordringen können.

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März 4th, 2010 at 10:58 pm

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»Von der impliziten Werttheorie zur expliziten Revolutionstheorie im Postoperaismus«

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Philipp Metzger, Institut für kategoriale Analyse

Vorgestellt wird die Arbeit von Philipp Metzger, in welcher er die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrundeliegenden geschichtsphilosophischen Prämissen analysiert. Angesichts der zunehmenden Bedeutung ›immaterieller Arbeit‹ im postfordistischen Kapitalismus, so die These der Autoren, scheint sich die Frage nach der Gültigkeit des Marxschen Wertgesetzes zu stellen. Die Marxsche Werttheorie analysiert die Kategorie des Wertes als soziales Verhältnis und damit kapitalistische Vergesellschaftung als strukturell antagonistische. Die Frage nach dem Wert und die Debatte über die Werttheorie bewegen sich daher im Spannungsfeld von Struktur und Handlung. Michael Hardt und Antonio Negri kommen zu dem Fazit, dass das Wertgesetz, wonach Arbeitszeit Wert bildet, angesichts der neuen Produktivkräfte revidiert werden müsse. Dabei folgt aus ihrer Analyse einer neuen fragmentarischen Werttheorie, dass die immaterielle Arbeit das Potenzial für eine Art »spontanen Kommunismus« bereithalte. Diese Analysen werden darstellt und mit einer kritischen Darstellung konfrontiert. Der Referent stellt in diesem Kontext seine These vor, wonach die Autoren zu ihrer Analyse nur aufgrund ihrer ultra-substanzialistischen Interpretation des Marxschen Wertgesetzes und einer verkürzten Technikkritik kommen konnten.

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Februar 20th, 2010 at 1:28 am

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Frankfurt: »Von der impliziten Werttheorie zur expliziten Revolutionstheorie im Postoperaismus«

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Arbeitskreis Staatstheorie im Institut für Sozialforschung
10. Dezember 2009, 18.00 Uhr c.t.

Philipp Metzger, Uni Frankfurt

Vorgestellt wird die Diplomarbeit von Philipp Metzger, in welcher er die Werttheorie von Michael Hardt und Antonio Negri sowie die zugrundeliegenden geschichtsphilosophischen Prämissen analysiert. Angesichts der zunehmenden Bedeutung ›immaterieller Arbeit‹ im postfordistischen Kapitalismus, so die These der Autoren, scheint sich die Frage nach der Gültigkeit des Marxschen Wertgesetzes zu stellen. Die Marxsche Werttheorie analysiert die Kategorie des Wertes als soziales Verhältnis und damit kapitalistische Vergesellschaftung als strukturell antagonistische. Die Frage nach dem Wert und die Debatte über die Werttheorie bewegen sich daher im Spannungsfeld von Struktur und Handlung. Michael Hardt und Antonio Negri kommen zu dem Fazit, dass das Wertgesetz, wonach Arbeitszeit Wert bildet, angesichts der neuen Produktivkräfte revidiert werden müsse. Dabei folgt aus ihrer Analyse einer neuen fragmentarischen Werttheorie, dass die immaterielle Arbeit das Potenzial für eine Art »spontanen Kommunismus« bereithalte. Diese Analysen werden darstellt und mit einer kritischen Darstellung konfrontiert. Der Referent stellt in diesem Kontext seine These vor, wonach die Autoren zu ihrer Analyse nur aufgrund ihrer ultra-substanzialistischen Interpretation des Marxschen Wertgesetzes und einer verkürzten Technikkritik kommen konnten.
http://www.staatsprojekt-europa.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=51&Itemid=56

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Februar 10th, 2010 at 2:48 pm